Mit dem Buddyboot nach Puerto Rico

 

Wir genossen die Zeit in der Marina Puerto Bahia in der Dominikanischen Republik in vollen Zügen … eine Dusche, eine Nacht ohne Geschaukel und das Knüpfen von neuen Kontakten.

 

Wir lernten die deutsche Crew der ZAPOLI (Outremer - Katamaran) kennen, Baron und Baronin von Bilderling und verbrachten zwei interessante Abende zusammen … vom Boot her, eine komplett andere Liga als unser altes Boot, aber doch sehr ähnliche Themen. Beim Frühstück im Restaurant lernten wir Ruth aus Kentucky kennen, die hier in der Dominikanischen Republik ehrenamtlich Unterricht für aus- und inländische Kinder gab. Es dauerte fast 2 Stunden, bis unsere Bestellung kam … in der Karibik braucht man manchmal etwas mehr Geduld als woanders. Das galt auch für die Laundry … die Aktion mit zwei Waschmaschinen und zwei Trocknern dauerte schonmal fast einen ganzen Tag. Man stand in der Warteschleife … hatte endlich eine Maschine … die funktionierte dann nicht … man wartete auf die Andere … auch da ist Geduld gefragt!

 

Wir nutzten die Gelegenheit, Süßwasser am Steg zu haben und spülten Jobber gründlich ab, um sie vom Salz zu befreien und entrosteten wieder mal die Edelstahlbeschläge an Deck … dass Edelstahl nicht rostet, ist wohl ein schönes Märchen. Wir verbrachten einen halben Tag mit Papierkram … dem neuerlichen Vermieten unseres Hauses, da der jetzige Mieter leider früher ausziehen möchte … dem Reservieren eines Liegeplatzes für Jobber im Winter 26/27 … und so dies und das. Die Neuvermietung lief nicht so gut, wir bekamen Anfragen von Maklern, die unser Haus kaufen wollten und von 10 – köpfigen Familien, die eine langfristige Lösung suchten … nicht das, was wir uns vorgestellt hatten.

 

Am zweiten Tag in der Marina kam Toni zu unserem Nachbarboot, um sämtliche Edelstahlteile zu polieren. Thomas kam mit ihm ins Gespräch, verhandelte ein bisschen und buchte ihn für den kommenden Tag. Wir verlängerten unseren Aufenthalt in der Marina um einen Tag und warteten am nächsten Morgen auf Toni, der aber nicht auftauchte. Wir fragten verschiedene Marinaarbeiter, ohne Erfolg. Irgendwann gegen Mittag erschien Toni, „my friend“ und erklärte uns, wir hätten ihn ja zum Polieren gebucht und nicht für den ganzen Tag. Er verschwand wieder, kam mit einem Kumpel zurück und die beiden machten sich, mit Zahnbürste und Poliermittel in der Ketchup-Flasche an die Arbeit. Sie waren superfleißig, total gut drauf, sangen viel und hatten sich stundenlang etwas zu erzählen in der prallen Sonne, was den Skipper sehr verblüffte. „Über was reden die den ganzen Tag?“ Keine Ahnung ... dafür reichte mein Spanisch nicht. Wir versorgten sie mit kalten Getränken, einem Trinkgeld über den vereinbarten Betrag hinaus und abends waren sie fertig und alles blitzte.

 

 

Am nächsten Morgen noch eine Dusche, Ausklarieren und raus aus der Marina. Die ZAPOLI machte noch ein paar Fotos und winkte. Wir wollten noch eine Weile in der Ankerbucht von Samaná verbringen, da die Marina mit 80 Dollar pro Tag auch nicht so ganz günstig war. Die Ankerbucht war praktisch um die Ecke, aber wir machten noch einen Umweg um die Bacardi-Insel, um den Wassermacher eine Weile laufen zu lassen, um die Wassertanks zu füllen. Hier waren ziemlich viele Whale-Watching-Boote unterwegs und wir hatten uns überlegt, so eine Tour zu buchen, um endlich mal Wale zu sehen, die hier in der Bucht ihre Jungen aufzogen, bevor sie die Reise nach Norden antreten würden. Bisher hatten wir kein Glück gehabt auf unserer Reise. Wir dümpelten also in der großen Bucht herum, sahen uns die, mit Touristen vollgestopften, Ausflugsboote an. Sie trugen dicke Schwimmwesten in brütender Hitze und sahen, genau wie wir, die Buckelwale in großer Entfernung. Wir beschlossen, das würden wir uns sparen.

 

In der Einfahrt der Ankerbucht lag eine AIDA vor Anker, die ihre kleineren Zubringerboote nach Samaná hin und her schickte. Seit letztem Jahr war eine neue Anlegestelle mit Rummelplatz und Dauergedudel entstanden … wer braucht denn sowas?

 

Wir fanden einen guten Ankerplatz und gingen am nächsten Morgen, einem Sonntag, zu den Behörden zum Einklarieren. In der DomRep muss man sich bei jedem Ortswechsel neu anmelden. Man bekommt ein Abmeldepapier (Despacho) von der Coastguard, das man am nächsten Ort vorzeigen muss. Das Zollbüro und die Hafenbehörde waren geschlossen, aber die Coastguard hatte rund um die Uhr geöffnet … na gut, dann also Einkaufen und am nächsten Tag nochmal los.

 

Am Montag hatte die wichtige Behörde geöffnet, der Zoll winkte uns durch, aber die Hafenbehörde hatte ein ziemliches Aufgebot an Beamten: Nr.1 bediente den Kopierer, Nr.2 koordinierte den Vorgang und konnte Englisch, Nr.3 füllte die Formulare aus, Nr.4 öffnete und schloss die Bürotür, Nr.5 stempelte die Formulare und kassierte die Gebühr … 5 Leute und alle hatten einen Job. Das ist sehr typisch für die Region, es gibt unglaublich viel Personal, keiner hat wirklich etwas zu tun, aber alle sind gut drauf.

 

 

Nach der Einreiseprozedur hatten wir wirklich Hunger und suchten das winzige Lokal, in dem wir im vergangenen April so gut gefrühstückt hatten. Leider gab es das nicht mehr und wir kauften uns ein paar Empanadas und einen Saft an einem Straßenstand, sehr lecker! Die Straßenecke war ganz schön wuselig mit chaotischem Verkehr, viel Gehupe und diversen Schlaglöchern (Klick hier für ein Video).

 

Thomas brauchte dringend einen Haarschnitt und wir fragten auf dem Weg zum Supermarkt in einem Barbershop. Man hatte Zeit für uns und Thomas bekam das ganz große Programm: Haarschnitt, Augenbrauen, Rasur, Gesichtsmassage, Dampfbehandlung und Cremepackung. Wir konnten uns nur notdürftig verständigen, aber der Friseur war erstaunt über unser Alter, sagte immer wieder 63!..63! ließ einen Kumpel schätzen und schüttelte mit dem Kopf 63! Als Jutta ihm erzählte, wir hätten 32 Länder besucht, bekam er sich gar nicht wieder ein. Wir guckten noch Fotos von seinem kleinen Sohn an und zahlten 7 Dollar.

 

Abends waren wir mit Clemens, einem jungen deutschen Tramper, verabredet. Er hatte uns in der Marina besucht und nach einer Möglichkeit zum Mitsegeln gefragt. Er war 25 und super sympathisch. Wir hätten ihn tatsächlich mitgenommen, aber er wollte nach Costa Rica und das war leider die entgegengesetzte Richtung. Da er in Samaná wohnte, hatten wir ihn abends zum Hamburger Essen eingeladen und hatten einen sehr spannenden Abend. Clemens sprach Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und war schon viel in der Welt rumgekommen. Toll, wenn junge Menschen mit wenig Geld, aber viel Idealismus um die Welt reisen.

 

 

Inzwischen war die CRAZY B in der Marina angekommen, ein deutsches Aluboot, das wir schonmal an der Ostküste der USA getroffen hatten … immer wieder schön, wenn man sich wieder trifft. Wir fuhren um die Ecke und ankerten vor der Marina, um uns abends mit Dirk und Britta in der Pizzeria zu treffen.

 

Am nächsten Tag hatte Britta ein Sammeltaxi organisiert und wir fuhren, zusammen mit ein paar Amis zu einem größeren Supermarkt in Las Terrenas etwa 1 Stunde Fahrt. Unterwegs konnten wir ein paar Eindrücke von Land und Leuten gewinnen. Es gab unglaublich viel urwaldartige Vegetation, kleine windschiefe Hütten, ein bisschen Landwirtschaft. Zurück in der Marina verstaute jeder seine Einkäufe im Boot und abends gab es Geschichten und Wein auf der CRAZY B.

 

 

Da es in absehbarer Zeit kein Wetterfenster für die Überfahrt nach Puerto Rico gab, vertrieben wir uns die Zeit mit der Winterolympiade und „ein bisschen Haushalt“ wie Vorhänge und Bezüge waschen, Decksluken abdichten und Fensterdichtungen tauschen. Letzteres gestaltete sich schwieriger als gedacht, denn der Ausbau der Fensterflügelchen war sehr knifflig. Es musste erstmal ein Werkzeug gebaut werden, um die Bolzen der Scharniere herauszubekommen … dann alte Dichtung raus, Reinigen, da die neue Dichtung nicht so ganz passte, eine Gummiunterlage schnitzen und dann alles verkleben … viele Stunden Gefrickel.

 

 

In Sichtweite gab es ein weiteres deutsches Boot, Katamaran LATINA und wir fuhren, auf dem Weg zum Einkaufen, mit dem Dinghi mal vorbei und kamen auch gleich ins Plaudern. Am Dinghidock angekommen, wartete schon William (Mr. No Problem) auf uns. Er kümmert sich um die Segler, hilft mit den Behörden und verdient so ein bisschen Geld. Diesmal brauchte er allerdings unsere Hilfe. Er fragte, ob Thomas ihn mit dem Dinghi zu einem anderen Boot fahren könne, mit dem er einen Deal hatte. Na, gut … kein Problem, die Beiden fuhren zu einem Ankerlieger, von dem William ein paar Sachen geschenkt bekam. Der Eigner räumte sein Boot auf, auf dem ein ziemliches Chaos herrschte. Thomas hielt sich an der Fußreling fest, als plötzlich eine ziemlich große Kakerlake an seiner Hand über die Kante guckte und wieder verschwand. Dem Tier war es wohl zu ungemütlich geworden bei der Aufräumaktion. Gut, dass es nicht ins Dinghi gesprungen war. Man möchte nicht wissen, wie es im Inneren des Bootes aussah.

  

Wir verbrachten einen netten Abend in „unserem“ Hamburgerrestaurant mit der Crew der LATINA und ihren Besuchern, die frisch angekommen waren.

 

Ein paar Tage später öffnete sich ein kleines Wetterfenster für Puerto Rico und wir entschieden uns, es zu nutzen, denn danach sollte es wieder für 2 Wochen vorbei sein. Also sollten wir nochmal einkaufen, Ausklarieren und uns seefest machen. Wir reservierten ein Mietauto bei Jose, um ein weiteres Mal zu dem großen Supermarkt nach Las Terrenas zu fahren. Am Abreisetag ging`s erstmal zur Immigration und dann, mit Begleitung des Officers, ein paar hundert Meter weiter zur Armada (Coastguard) für das Ausreisedokument, Despacho. Leider war DER Drucker kaputt und wir bekamen es nur aufs Handy, aber gut. Das lief schonmal wie geschmiert, das Thema mit dem Mietauto leider nicht. Wir konnten das Büro von Jose nicht finden, man schickte uns rum, ohne Erfolg! Wir fragten rum, die Leute waren unglaublich nett, ein junger Mann fuhr Thomas mit dem Moped quer durch die Stadt auf der Suche nach einem Alternativauto. Thomas schwitzte Blut und Wasser auf der Rückbank des Mopeds, aber ein Auto war nicht aufzutreiben. Also mussten wir mit dem nicht so gut sortierten Supermarkt in Samaná vorliebnehmen. Als wir zurück zum Dinghidock kamen, wartete Jose mit dem Auto auf uns … da hatten wir uns wohl verpasst … blöd gelaufen!

 

 

Da wir am selben Tag noch los wollten Richtung Puerto Rico, ging`s zügig zurück zum Boot, Einkäufe und das Dinghi wurden verstaut und Anker auf. Wir hatten die Hoffnung, ein paar Wale zu sehen in der großen Samanà-Bucht, aber das einzige was zu sehen war, war ein eine winkende Seitenflosse in ziemlich großer Entfernung. Die CRAZY B, die in gleicher Richtung, ein bisschen vor uns, unterwegs war, hatte mehr Glück.

 

Wir hatten eine recht angenehme Nachtfahrt an der Küste der DomRep entlang und erreichten Puerto Rico, Mayaguez, bei strömendem Regen … das hatten wir ja schon lange nicht mehr. Die Jobber und unser Buddyboot waren die einzigen in der Ankerbucht vor Mayaguez, das Wasser war trüb und landschaftlich war der Ort auch nicht so sehr ansprechend, aber es gab einen Supermarkt in Laufentfernung, das war ja auch schon mal was.

 

Das Einklarieren ging online über CBP Roam (United States Customs and Border Protection), der Officer rief an, war sehr freundlich und über Videocall ließ er sich die Pässe und US-Visa zeigen. Wir hielten die Pässe neben unsere Gesichter und lächelten freundlich … fertig … das war ja easy!

 


Den nächsten Tag verbrachten wir mit Büroarbeit. Kurzfristig hatten wir nun doch noch 2 Mietanfragen von Familien aus unserem Ort bekommen, die gut zu passen schienen. Wir hatten die Hoffnung ja schon fast aufgegeben. Wir nahmen Kontakt auf und vereinbarten einen Besichtigungstermin, den unsere Tochter Johanna wahrnahm.

Wir gingen zweimal Einkaufen, denn hier war das Angebot wieder deutlich vielfältiger als in der Dominikanischen Republik … bis auf Wein in Schläuchen, gab es fast alles. Als wir vom Einkaufen zurückkamen, saß ein Pelikan auf dem Bugkorb, gemütlich zusammengefaltet, und ließ sich auch nicht stören, als wir an Bord kletterten.

Wir hatten uns, anhand des Wetterberichtes und eines Revierführers einen groben Plan für die Etappen an der Südküste entlang zurechtgelegt. Das Problem war, dass vormittags immer ein starker Ostwind einsetzte, also aus der Richtung, in die wir wollten, und erst abends wieder nachließ … an Segeln war also nicht zu denken. Der Revierführer empfahl, morgens sehr früh vor Sonnenaufgang zu starten und möglichst zwischen 8.00 und 9.00 Uhr, bevor der Wind einsetzt, am Zwischenziel zu sein. Klang erstmal abwegig, bewährte sich aber tatsächlich. Die erste kleine Etappe, nur in die übernächste Bucht an der Westküste nach Boqueròn, fuhren wir tagsüber.

Unser Volvo, der bisher immer sehr zuverlässig lief, fing plötzlich an zu zicken. Er lief unrund mit wechselnden Drehzahlen und sprang schlecht an … das konnten wir gerade für diese Motoretappen gegen den Wind jetzt mal gar nicht gebrauchen. Thomas redete auf Fehlersuche ausgiebig mit Gemini, kam der Sache aber nicht so wirklich auf den Grund … das Thema sollte uns noch eine ganze Weile begleiten. Wir schrieben eine Mail an die Volvowerkstatt in St. Martin, mit der wir schon gute Erfahrungen gemacht hatten, aber die waren, wie immer, busy und es würde ja auch noch eine ganze Weile dauern, bis wir dort sein würden also drehte der Skipper alles auf links.

 

Für die erste Etappe an der Südküste stellten wir den Wecker am nächsten Morgen auf 3.30 Uhr und starteten um 4.00 Uhr bei sehr wenig Wind. Die vorgelagerten Riffe machten die Sache im Dunkeln ein bisschen spannend. Wir umrundeten Cabo Rojo, wo die CRAZY B die Nacht verbracht hatte und waren um 8.00 Uhr in der Ankerbucht hinter der Isla Matei … rechtzeitig, bevor der starke Ostwind einsetzte. Der Plan ging also auf und wir stellten die nächsten Tage fest, dass andere Segler die gleiche Strategie hatten.

 

Von der Ankerbucht aus sahen wir ein seltsames Objekt … eine Art Zeppelin, der an einer Leine hing, zeitweise in die Luft stieg und dann wieder am Boden parkte. Google sagte, es sei ein Radarobjekt, das zur Überwachung der Küste diente „CBP`s Eyes in the Sky“, und das in einer Höhe von 10 000 Fuß (3048 m) seit etwa 30 Jahren niedrig fliegende Flugzeuge (Drogenschmuggler) überwachte … was es nicht alles gibt!

 

Wir blieben zwei Nächte in der Ankerbucht, denn hier gab es, neben Delfinen und Pelikanen, eine Bucht mit Biolumineszenz, wie noch an ein paar anderen Stellen in Puerto Rico. Wir fuhren abends, mit dem Dinghi zu viert mit ein paar anderen Booten in die Bucht und warteten ab … nix passierte … nada! Unverrichteter Dinge fuhren wir zurück und tranken ein paar Gläser Wein auf unserem Buddyboot. Den nächsten Versuch am folgenden Abend sparten wir uns, denn wir hatten herausgefunden, dass der Effekt eher bei Neumond auftritt und wir hatten Vollmond, also denkbar ungünstig. Wir fragten uns nur, warum die Einheimischen mit Touribooten bei Vollmond in die Bucht fuhren.

 

 

Nach bewährtem Muster, morgens seeeehr früh, bewegten wir uns in kleinen Etappen an der Südküste entlang, über Punta Jacinto nach Ponce.

 

Ponce war jetzt auch nicht gerade hübsch, aber hatte eine kostengünstige Tankstelle, wo wir unsere Dieseltanks füllen konnten. Außerdem erwartete uns hier ein Krimi. Über Funk hörten wir, dass ein Frachter, der vor einer vorgelagerten Insel ankerte, der Insel „Isla Caja de Muertos“ (übersetzt Sarginsel, weil sie die Form eines Sarges hat), ein gekentertes Boot gesichtet und an die Küstenwache gemeldet hatte. Es gab eine große, mehrstündige Suchaktion nach den 3 Besatzungsmitgliedern per Hubschraubern und Coastguardbooten. Leider konnten nur 2 gerettet werden, die dritte Person wurde tot geborgen. In dieser Region hörten wir immer wieder Funksprüche … mal wurden Kayakfahrer vermisst, mal suchte man nach Schwimmern, die in starke Strömungen geraten waren.

 

 

Wir starteten am nächsten Morgen um 3.00 Uhr auf die nächste Etappe, die nach Salinas gehen sollte, wieder mit unserem Buddyboot, der CRAZY B.

 

Unser Motor lief immer noch unrund, was uns zunehmend Sorgen bereitete. Wir verbrachten einige Zeit mit Britta und Dirk und beschlossen, zusammen ein Auto zu mieten, um uns die Insel näher anzusehen und einen Großeinkauf zu starten, denn auf den US- und British Virgin Islands würden die Möglichkeiten begrenzt sein. Wir verabredeten uns morgens mit Sidney, dem Autovermieter, der uns noch ein paar Tipps gab und uns sehr unbürokratisch zum Tagessatz von 60 Dollar, einen Toyota Van auslieh.

 

Wir fuhren durch hügelige und sehr grüne Landschaften nach San Juan, liefen ein paar Stunden durch die Gassen und fuhren auf dem Rückweg an einem großen Supermarkt vorbei, um für zwei Boote zu proviantieren … gut, dass wir so ein großes Auto hatten. Unsere Pläne für die Weiterfahrt gingen etwas auseinander, die CRAZY B wollte nach Culebra (Spanish Virgin Islands) und wir hatten uns überlegt, über St. Croix nach St. Thomas (US Virgin Islands) zu segeln, in der Hoffnung, nicht wieder so viel motoren zu müssen … es sollte wieder mal anders kommen, als geplant, wie so oft.

 

 

Nachdem alles verstaut war, verließen wir vormittags die Ankerbucht. Unter Segeln und Motor manövrierten wir durch diverse Riffe, als plötzlich, nach einer halben Stunde, der Volvo einfach ausging und eine Fehlermeldung schickte …. Mist! Wir drehten um und waren unter Segeln bei wenig Wind noch einigermaßen manövrierfähig. Thomas recherchierte, wie man den Motor überreden könnte, doch wieder zu starten. Das klappte und wir fuhren langsam zurück auf den alten Ankerplatz, Daumen drückend, dass unser Antrieb nicht wieder ausfiel.

 

Der Skipper diskutierte wieder ausgiebig mit KI und einem holländischen Nachbarn, der mit dem Dinghi angefahren kam und Schläuche aus seinem Fundus anbot, falls wir welche brauchen sollten. Hier schien die Seglercommunity wieder zu funktionieren … wie schön!

 

KI hatte, unter anderem, empfohlen, Dieselfilter zu tauschen. Da wir sie beim letzten Ölwechsel getauscht hatten, was noch nicht so lange her war, hielten wir ein Problem an dieser Stelle für unwahrscheinlich, tauschten die Filter aber trotzdem. Aus jetziger Sicht, war genau das wohl das Problem, unglaublich, wie hilfreich KI doch an manchen Stellen sein kann. Unser Volvo sprang viel besser an und schnurrte gleichmäßig und zufrieden vor sich hin … wir konnten es fast nicht glauben.

 

So ganz trauten wir dem Frieden noch nicht, als wir am nächsten Morgen den zweiten Anlauf nahmen, aber weil es so gut lief, abgesehen von 8 Stunden unangenehmer Welle, fuhren wir nicht nur in die nächste Bucht, sondern, Plan B, gleich weiter zur Westküste der Insel Vieques. CRAZY B änderte auch ihre Pläne und fuhr zur gleichen Insel, allerdings an die Südküste.

 

Hier war es viel schöner als gedacht und wir ankerten vor einem sehr malerischen Strand.

 

 

Hier unser Track von der DomRep über Puerto Rico nach Vieques:

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Bernd (Sonntag, 22 März 2026 01:50)

    Wunderschöner Bericht und tolle Bilder...schön, dass Ihr gute Mieter gefunden habt...nun aber alles Gute und hoffe, der Volvo läuft wieder! Weiterhin viele tolle Eindrücke, Grüsse aus dem kühlen Deutschland (zum Frühlingsanfang gingen die Temperaturen wieder runter).

  • #2

    Irene (Dienstag, 24 März 2026 06:59)

    Spannend, super bebildert - immer eine Freude, euren Blog zu lesen, danke!
    Auf dass nun alles läuft und kommt, wie ihr es euch wünscht!
    Liebe Grüsse aus Papeete

  • #3

    Dirk und Britta, Crew CrazyB (Donnerstag, 26 März 2026 00:37)

    War soooo eine schöne Zeit mit Euch! ⛵️⛵️☀️�